Gedenken an Milos – Die Demonstration

19.11.2011
Trotz massiver Mobilisierung durch Infotische, dem Verteilen von 3000 Flugblättern und Mailkontakt bis hin zu Parteien ließen sich zur angekündigten Demonstration an diesem Samstag nicht viel mehr als 50 Leute mobilisieren, was bei diesem brisantem Thema auf großes Unverständnis der Demonstranten_innen stieß. Die Polizei als Hüter der rassistischen kleinbürgerlichen Syker Ordnung war nicht gewillt eine reibungslose Demonstration geschehen zu lassen, sondern versuchte alle Möglichkeiten auszuschöpfen um die Demo zu behindern. So versuchte die Staatsgewalt ein Verbot des Lautsprecherwagens durchzusetzen, da laut Demoauflagen dieser erst bei einer Personenanzahl von 50 erlaubt sei. Nach penibelem Zählen und Feilschen, Auf-, Ab- und Aufbau des Lautsprecherwagens und dem ersten Redebeitrag via Megafon wurde eine neue Hürde aufgebaut.

Der nächste Streitpunkt mit der Polizei war die Demonstrationroute, welche aufgrund der vorgeschrittenen Zeit nur noch die kürzere sein sollte. Nachdem die Anzahl von 50 Personen erreicht war, gab es von Seiten der Demonstrationsteilnehmer_innen keinen Diskussionenbedarf, mensch startete einfach mit Musik vom Lautsprecherwagen die lange Strecke durch die Innenstadt über die B6 zum Rathaus. Auf der Hälfte der Demo wurde ein Redebeitrag der Bremer Gruppe Polypol gehalten.

Der Demonstrationszug musste in der Innenstadt feststellen, dass die Polizei im Interesse des bürgerlichen Weltbildes gehandelt hatte. Eine heile Welt, die nichts wissen und sehen will von Menschenrechtsverletzungen. Solange es sie selber nicht betrifft, schließen sie lieber die Fensterläden und gucken weg. Ob dieses Verhalten auf Panikmache der Polizei oder Ignoranz zum Thema zurück zu führen war, sei da hingestellt.
In solch einer Gesellschaft muss mensch sich nicht wundern, dass die Flüchtlinge der Demo fernblieben, da die Angst vor bürgerlichen und staatlichen Repressalien allgegenwertig ist.

Am Rathaus gab es noch ein abschließenden Redebeitrag.

Vielen Dank an die wenigen Syker und besonders an die Menschen, die aus Hamburg und Bremen angereist sind.

Syke wach auf!

Gedenken an Milos – Part 4

10.11.2011
Jetzt ist es bald soweit: Am Samstag den 19. November findet die Gedenkdemonstration an Milos R. statt, welcher sich 2002 im Syker Rathaus mit Benzin übergoss und anzündete – in der Hoffnung zumindest seine Familie vor der drohenden Abschiebung zu bewahren.

Nach Gespräch mit der zuständigen Behörde steht die Route für die Demonstration jetzt fest: Wir starten am Bahnhof Syke, gehen durch die gesamte Innenstadt über die B6 zum Rathaus.
Treffpunkt ist 11:30, und um 12:00 geht es mit dem ersten Redebeitrag am Bahnhof los.

Milos‘ Fall ist keine Ausnahme!
Allein in Syke gab es schon viele Selbstmord(versuch)e von Flüchtlingen. Die Demonstration ist ein Schritt aufzuklären und die herrschende Abschiebepolitik abzusetzen.

Deswegen wollen wir mit einer lautstarken Demonstration die Syker Bevölkerung auf diese Unmenschlichkeit und Schicksale aufmerksam machen.

Wir fordern:
Bessere Lebensbedingungen und Arbeitserlaubnisse für Flüchtlinge, sowie einen sofortigen Abschiebestopp!

Lasst uns viele sein:
Seit laut, holt die Transparente raus, bringt eure Freund_innen mit!

Gedenken an Milos – Part 3

16.10.2011
Nach den vergangenen Infotischen fand am 15. Oktober in Syke die Mahnwache statt, zu der etwa 30 Leute erschienen. Es wurden 15/10/11Mahnwache01ein eigener Redebeitrag sowie im Anschluss einer der Gruppe Polypol aus Bremen gehalten. Letzt genannte widmet sich schon seit längerer Zeit dem Thema Flüchtlings- und Abschiebepolitik und hat auch Kontakt zu der Familie Redzepovic.
Neben den Redebeiträgen sorgten vor allem das auffällige Transparent, große Plakatwände und Poster für Aufmerksamkeit, die es ermöglichte, auch im Verlauf der Mahnwache immer wieder mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Zugleich wurde neben Flugblättern auch einiges an Infomaterial verteilt. Bedauerlich ist, dass sich trotz vorangegangener Moblisisierungsarbeit nur wenig Leute vor allem aus der Syker Bevökerung, aber auch recht Wenige aus Bremen an der Mahnwache beteiligten. Viele gute Gespräche mit Menschen, die aufrichtiges Interesse an dem Fall von Milos und den anderen Selbstmorden und Suizidversuchen in Syke zeigten, kamen erst bei der Mahnwache selbst zustande. So statteten uns auch einige Anti-AKWler, die an diesem Tag ebenfalls eine Mahnwache veranstalteten, einen Besuch ab.
Wir waren erfreut über die zum Teil sehr positive Resonanz, die wir auf der Mahnwache erhalten haben. Die verhältnimäßig geringe Beteiligung aber zeigt uns auch, dass unsere Informationsarbeit noch lange nicht zu Ende ist.

Wir werden in der verbleibenden Zeit vor der Demonstration am 19. November vertärkt informieren und 15/10/11Mahnwache02mobilisieren. Wir hoffen, dass wem dieses Thema am Herzen liegt, mit dazu beiträgt dass wir eine kraftvolle Demonstration mit vielen Menschen haben werden.

Wir bedanken uns herzlichst bei allen Dagewesenen und hoffen auf noch mehr Solidarität.

Gedenken an Milos – Part 2

08.10.2011
Das Mobivideo ist fertig. Danke an den Künstler.

Gedenken an Milos – Part 1

01.10.2011

Nachdem es in Syke in den letzten Jahren zu zahlreichen Selbstmord/versuchen von Asylbewerber_innen gekommen ist, hat sich die Gruppe um gedenkenanmilos.blogsport.de gebildet, um Vergessen zu verhindern und die Situation der Asylant_innen in das Bewusstsein der Menschen zu rücken.
Nach längerer Vorbereitung, dem Erstellen einer Internet-Seite, Knüpfen von Kontakten, Anmeldung der Demonstration, einer Mahnwache und Infotischen und Drucken von 3000 Flyern, konnten letzte Woche die Mobilisierung und die Aufklärung beginnen.
Diese konzentrierten sich vor allem auf die Syker Innenstadt, in der wir viele Flyer verteilten und mit Geschäftsinhaber_Innen sprachen, von deren Interesse und Zuspruch wir gleichermaßen positiv überrascht waren, ebenso der Bereitschaft, die zahlreichen Flugblätter in den jeweiligen Geschäften auszuhängen.
Nach diesen ersten wichtigen Vorbereitungen konnten wir nun am Samstag, den 1. Oktober, die ersten beiden Infotische starten. Über 500 Flugblätter wurden verteilt und viele Menschen in Gesprächen erreicht.
Da nun auch mehr Infomaterial zur Verfügung stehen wird, werden wir für den zweiten Infotisch am 8. Oktober versuchen, noch intensiver in Kontakt mit der Bevölkerung zu treten.
Kommt alle zur Mahnwache am 15. Oktober um 11 Uhr! Ab 10:30 Uhr werden Ortskundige euch vom Syker Bahnhof zur Mahnwache begleiten.

Zeigt euch solidarisch, bringt Transparente, unterstützt die Flüchtlinge!

Mahnwache am 15. Oktober, 11 Uhr

Demonstration am 19. November, 12 Uhr